Veränderung gehört zum Weg

Bereits in meinem letzten Blogartikel, berichteten Menschen, wohin sie ihr Herzensweg weiter führte.
Getreu den Worten von Jim Rohn

„Wenn es dir nicht gefällt, wie die Dinge sind: Beweg Dich! Du bist kein Baum.“,

wussten sie: Veränderung gehört zum Weg.
Lass Dich inspirieren von den vielen Möglichkeiten und der unterschiedlichen Beantwortung der vier Fragen:

1. Was hat sich seit dem Interview bei Dir verändert?
2. Wie gehst Du mit der aktuellen Krise um?
3. Was wünschst Du Dir für Deinen weiteren Lebensweg?
4. Was braucht es, damit Du Dich wohlfühlen kannst?

Den Anfang macht diesmal Ulrike Hecker mit ihrer Liebe zu China und dem Reisen:


Bild von JLB1988 auf Pixabay

Was hat sich seit dem Interview bei Dir verändert – und – Wie gehst Du mit der aktuellen Krise um?

Diese Fragen möchte ich in eins beantworten: Lange Zeit hat sich beruflich nicht viel geändert. Mein Hauptauftraggeber war ein China-Reiseveranstalter in Hamburg. Also habe ich fleissig weiter Texte für Katalog und Webseite geschrieben und mich mit China beschäftigt.
Mein Bambooblog entwickelte sich prächtig.
Eine Belastung war, dass mein Vater im Pflegeheim immer mehr Aufmerksamkeit brauchte. Die letzten Jahre hat er fast nur noch im Bett gelegen. Ich habe ihn fast jeden Tag besucht.
Dann kam Corona und nichts war mehr mit China und Tourismus. Mir brach fast das gesamte Einkommen weg. Anfang März bekam ich am gleichen Tag die Nachrichten, dass ich meinen Vater nicht mehr im Heim besuchen dürfe wegen Lockdown, und, dass ich als Risikoperson (ich war 64) nicht mehr ehrenamtlich für die Bahnhofsmission tätig sein durfte.
Beides katastrophal für mich: Viel freie Zeit und nichts zu tun! Ich verbrachte die meiste Zeit damit, alte Artikel auf dem Blog zu optimieren, Themen für neue Artikel zu finden.
Als es wieder lockerer wurde im April und meine Reserven schwanden, fand ich einen Job in einem Callcenter.
Nicht ganz meins.
Nach sechs Wochen war Schluss.
In dieser Zeit ist mein Vater gestorben. Ich durfte ihn in seiner letzten Stunde besuchen.

Irgendwie habe ich mich durchgewurstelt. Dann habe ich gemerkt, dass mich es verhältnismäßig wenig gestört hat, dass ich nicht reisen kann. Es scheint, dass ich dem Inneren Frieden ganz nah bin, den ich in dem ursprünglichen Interview mir gewünscht habe.
Ende August hat mich mein ehemaliger Arbeitgeber gefragt, ob ich nicht helfen könne, die Deutsch-Chinesische Allgemeine Zeitung wieder in Gang zu bringen. Also arbeite ich jetzt wieder viel als Journalistin. Wir hoffen alle, dass man bald wieder nach China kann.

Was wünschst Du Dir für Deinen weiteren Lebensweg?

Dass die Pandemie bald unter Kontrolle ist, und man wieder nach China darf!

Was braucht es, damit Du Dich wohlfühlen kannst?

Da brauch ich wirklich nicht viel! Eine gute Tasse Kaffee, ein Spiegelei oder zwei. Wichtig sind mir vor allem persönliche Kontakte, Freunde, mit denen ich mich im realen Leben treffen kann.
Ich hab das meiste in einem Artikel vor ein paar Wochen zusammengefasst: https://www.bambooblog.de/was-mich-das-reisen-gelehrt-hat/

Weiter geht es mit Conny Danner:


Bild von Kevin Phillips auf Pixabay

Was hat sich seit dem Interview bei Dir verändert?

Doch sehr viel. Mein Business wächst und gedeiht, verändert sich. Neue Schwerpunkte sind hinzugekommen
Ich bin mit Wohnung und Büro umgezogen, ich brauchte mehr Platz.
War ich früher sehr auf Webseitenerstellung fokussiert, habe ich mich auf einigen Gebieten weitergebildet und nun
kommen sehr viel andere Seite meines Könnens zu Geltung und ich entdecke immer neue Sachen, die mich faszinieren.
Branding, Grafikdesign und Marketing (vor allem Videomarketing und Social Media Marketing speziell Instagram… TikTok kommt noch )
Um mich herum wächst ein Netzwerk, dass ich mir immer weiter auf- und ausbaue.
So kann ich viel breit gefächerte Bereiche abdecken, mich mehr auf das ausrichten, was mir persönlich am meisten liegt und Spezialgebiete
an die entsprechenden Kolleginnen und (ja di gibt es auch) Kollegen abgeben. Loslassen habe ich gelernt, auch Kunden und Kundinnen,
ich nehme Absagen nicht mehr persönlich, sondern beruflich sachlich, ich habe gelernt deutlich NEIN zu sagen, wenn ich merke
die Chemie stimmt nicht.

Wie gehst Du mit der aktuellen Krise um?

Beruflich: hat sie mich zunächst ziemlich zurückgeworfen….viele meiner Kunden*innen hingen im Lockdown fest und Aufträge wurden storniert oder auf lange Zeit
verschoben. Das hat auch mir weh getan, auch finanziell…..Ich habe die ruhigere Zeit genutzt mich mit neuen Fachgebieten zu befassen, habe gelernt und mich weiter entwickelt.
Stillstand geht für mich gar nicht…Derzeit mache ich meine Webseite nebenbei neu und hoffe, die bis 1.1.2021 an den Start zu bringen ansonsten habe ich jetzt wieder gut zu tun
und bin froh darüber.
Privat: Ich bin ohnehin eher Einzelgänger, also spüre ich den sozialen Entzug nicht so sehr. Wenn ich Freunde treffe, dann im kleinen Kreis oder einzeln.
Ich arbeite mehr, seit meine Jüngste nun auch ausgezogen ist. Meine beiden Hunde sind im hohen Alter gestorben, also bleibt mehr Zeit übrig, die ich frei verplanen kann…
Ich beschäftige mich, ich kann und muss mich nicht mehr täglich mit dem Thema auseinandersetzen…es dominiert ohnehin überall sehr und ich versuche zumindest zuhause so etwas wie Normalität zu fühlen.
Aber dieses Hin- und Her und das es keine bundeseinheitlichen Regelungen gibt zermürbt schon etwas. Ich bin ja auch viel unterwegs und eigentlich muss man ständig
checken vor allem jetzt wieder, wo geht was, was darf man wo und was nicht. Wie entwickelt sich das hier in der Stadt. Das nervt schon und man hat schon das Gefühl, nicht mehr so ganz Frau über sein Leben zu sein. Aber ich bin froh gesund zu sein.

Was wünschst Du Dir für Deinen weiteren Lebensweg?

Das ich noch lange gesund bleibe und mich stetig weiter entwickelt. Luft nach oben ist immer 😉

Was braucht es, damit Du Dich wohlfühlen kannst?

Nicht viel… meine Wohnung, mein Büro, im Sommer mein wirklich, wirklich großer Balkon, ein paar wenige aber sehr enge Freunde, meine Familie und natürlich meine vier Katzen und frische Luft.

Liebe und der Umgang mit Trauer gehören zum Leben von Annette Rosskamp:


Bild von Mylene2401 auf Pixabay

Was hat sich seit dem Interview bei Dir verändert?

Ich ging 2018 in Rente, hörte im Kinderhospiz Sternenzelt (meiner Berufung) auf, um von Würzburg nach Soest zu ziehen. Näher zu meinen erwachsenen Kindern und den beiden Enkelinnen.
Anfang 2017 machte ich eine Ausbildung als Trauerrednerin. Durch Wohnortwechsel und das Beenden meiner Kinderhospizarbeit entstand ein Vakuum in meinem Leben, das
erstmal ausgehalten werden musste. Ich wußte vorher, dass es so sein würde, aber oft fühlte ich mich auch ein bisschen leer und verloren.

Ich wuchs in eine neue Partnerschaft und in ein neues Leben, Tag für Tag ein bisschen mehr, hinein. Aber es braucht auch Zeit irgendwo wieder neu anzukommen.
Man sagt ja die Seele folgt noch nach.
Ich ließ die letzten Jahre Revue passieren und fing als Trauerrednerin in Soest an. Viele trauernde Menschen durfte ich unterstützen, viele Leben von Verstorbenen ehren und in
den Herzen der Menschen durch meine Worte bei der Trauerfeier aufleben lassen.
Ich hielt Vorträge „Die Angst vor die eigenen Sterblichkeit überwinden“ Was wir von sterbenden Kindern lernen können?
Und ging in Berufsschulen, um mit Erzieherinnen Workshops über Trauer von Kindern zu machen. (Leider ist das im Moment nicht möglich)

Wie gehst Du mit der aktuellen Krise um?

Die aktuelle Zeit bringt mich manchmal auch am meine Grenzen. Die Gesellschaft ist gespalten in Maskenbeführworter und -gegner. Jeder glaubt im Recht zu sein und es gibt keine Schnittstelle mehr, die die Menschen eint. Das macht mich manchmal sehr traurig. So viel Achtung vor dem Anderen geht dann machen Menschen verloren. Es ist dann nicht immer leicht in Balance und gelassen zu bleiben. Ich bin aber zuversichtlich, dass alles gut wird und die Menschen sich eines Tages wieder in Würde und auf Augenhöhe begegnen werden.
Denn die Liebe und Menschlichkeit ist in uns allen, auch wenn sie manchmal nicht sichtbar wird.

Da ich ja weiß, dass wir sterblich sind und ich mich viel mit dem Thema meiner eigenen Sterblichkeit auseinander gesetzt habe, macht mit diese jetzige Zeit keine Angst.
Leider leben viele Menschen zur Zeit in großer Angst und das verhindert die Schönheit der Welt sehen und auch im HIER und JETZT leben zu können.
Ich schaue es mir von den Kindern ab, wie in meiner Herzenswünsche Zeit, und versuche jeden Tag zu leben und dankbar zu sein für das, was ich habe.

Was wünschst Du Dir für Deinen weiteren Lebensweg?

Ich wünsche mir für meinen weiteren Lebensweg, dass ich für viele Trauernde tröstlich sein darf, und, dass ich viele Kinder und Jugendliche ermutigen kann, Trauer als normalen Vorgang des Lebens zu sehen,
wie auch das Glück als ganz normales Gefühl erlebt werden darf. Im Leben wird sich immer Trauer und Glück abwechseln, so wie es auch die Jahreszeiten gibt. Wenn wir erkennen, dass wir Trauer nicht
vermeiden müssen, sondern sie aushalten, durchhalten lernen bis sie wieder gehen darf, dann sind Kinder fit fürs Leben gemacht. Sie wissen dann, dass das Leben immer Wandel und Wechsel ist.

Was braucht es, damit Du Dich wohlfühlen kannst?

Menschen, die mich lieben, Menschen die mich nicht bewerten. Menschen, die ich lieben darf, Menschen mit denen ich lachen kann.
Für mich ist es sehr wichtig hilfreich für Trauernde Kinder, Jugendliche und Erwachsene sein zu können.

Lieben und Helfen zu dürfen (somit auch heilen zu dürfen) ist Sinn meines Lebens. Ich bin jetzt 67 und wünsche mir, dass ich das noch sehr lange machen darf.

Große Veränderungen gab es auch bei Gabriela Linshalm:


Bild von Jess Bailey auf Pixabay

Was hat sich seit dem Interview bei Dir verändert?

Ich denke so ziemlich alles, denn auch die Welt hat sich besonders heuer sehr verändert und das auf eine Art, die wohl so niemand vermutet hat.
Ich bin gewachsen, in mir, denn es gab Herausforderungen und sie haben mich stärker gemacht, denn je. War es immer leicht? Nein, ganz und gar nicht.
Ich durfte zwei Onlinekongresse „Sommergespräche – Mutig neue Wege gehen“ organisieren, Interviews mit so wundervollen Frauen führen, die alle auf ihre Art Vorbild für andere sind.
Mein Podcast „be wONEderful and magic“ ging an den Start und hat mittlerweile über 50 Folgen. Ich habe geheiratet und mein letztes Kind ist auch erwachsen geworden und ausgezogen. Meine Mama ist über die Regenbogenbrücke gegangen und ich durfte sie dabei begleiten.
Loslassen und Mut sind wohl die zwei Worte, die die letzten Jahre am besten beschreiben.

Wie gehst Du mit der aktuellen Krise um?

Ich versuche so gut wie möglich für mich zu sorgen, meditiere täglich, mache Yoga, halte mich an mein eigenes Motto „28 Tage ROSA“, zu dem ich auch ein Buch geschrieben habe – nicht urteilen und nicht werten. Ich bin mir bewusst, dass alles einen Sinn hat, dass in allem auch etwas Gutes steckt. Und ich habe das Glück, einen Partner zu haben, mit dem ich mich gut verstehe, mit dem ich über alles reden kann und wir stärken und stützen uns gleichzeitig. Mir ist auch sehr bewusst, dass nicht alles wahr ist, was uns als Wahrheit aufgetischt wird.

Was wünschst Du Dir für Deinen weiteren Lebensweg?

Gesund zu sein bis zu meinem letzten Tag, Millionen Menschen erreichen und sie auf ihren Seelenweg bringen und mit dem Wohnmobil Skandinavien bereisen.
Ich möchte jeden Tag so bewusst leben als wäre es mein letzter.

Was braucht es, damit Du Dich wohlfühlen kannst?

Ein gemütliches Zuhause, einen lieben Menschen an meiner Seite, hochwertiges Essen, am liebsten selbst gekocht. Und vor allem: tanzen.

Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei allen Interviewpartnern und bei meinen Lesern. Herzensgrüße zu Euch, Sabine

Titelbild von Comfreak/Pixabay

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