Die Kraft der Lieder – Sabine Bevendorff

In meinem heutigen Artikel möchte ich Euch eine Frau vorstellen, die in der Lebensmitte begonnen hat ihre Begabungen und Talente in einer freiberuflichen Tätigkeit zu verwirklichen: Sabine Bevendorff.

Sabine singt Lieder, die berühren und dabei helfen Antworten auf die eigenen Fragen zu finden. Als ich begann die ersten Schritte auf meinem Herzensweg zu gehen, hat mich ein Lied von ihr ganz besonders getragen: „Ja!“ Ja zu mir, ja zu meinem Weg, ja zu meinem Leben.
Das Lied kann man hier auf Youtube anhören.

Sabines Texte gehen zu Herzen. So schreibt sie auf ihrer Webseite auch über „Gedanken auf meinem Weg“. Dabei bin ich besonders mit ihrem Text „Ich habe Angst“ in Resonanz gegangen.

Nun möchte ich Sabine selber zu Wort kommen lassen:

Liebe Sabine, kannst Du Dich den Lesern kurz vorstellen und beschreiben, was Du tust?

Mein Name ist Sabine Bevendorff, ich bin 49 Jahre alt und lebe seit 28 Jahren in Eckernförde an der Ostsee. Ich habe zwei nun schon erwachsene Kinder, die beide studieren.
Was mich immer – auch schon als Kind – angetrieben hat, das war eine tiefe Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Liebe im menschlichen Miteinander auf dieser schönen Erde sowie die Suche nach dem tieferen Sinn, nach Antworten auf meine vielen Fragen.
Gefunden habe ich die Antworten im Singen: So singe ich heute Lieder, die uns tief mit unserer Seele verbinden, die unsere Herzenskraft stärken und uns erden und verwurzeln in unserem Mensch-Sein. Dabei liebe ich es besonders nicht nur für, sondern gemeinsam mit Menschen zu singen. Inzwischen gibt es regelmäßige Singkreise in Eckernförde und Kiel, außerdem biete ich Seminare, Workshops und offene Mitsingabende überwiegend im norddeutschen Raum an.
Auf meinem Weg sind bislang zwei CDs mit eigenen Liedern entstanden, die uns auf unserem ureigenen Herzensweg stärken und unterstützen.

Mich interessiert ganz besonders Deine freiberufliche Tätigkeit: Was bedeutet Dir das Singen, was hat Dich bewogen, diesen Weg zu gehen?

Es war der Ruf meiner Seele, der mich geführt hat als ich bereit dafür war. Auf der Suche nach neuen Liedern, die meine Seele in der Tiefe berühren und mir helfen das, was in mir ist auszudrücken, landete ich 2007 in einem Seminar von Gila Antara und wusste einfach, ich bin endlich angekommen, das ist mein Weg.
Bis dahin war das Singen immer wichtig für mich gewesen, aber ich hätte mir niemals zugetraut das auch beruflich zu machen.
Das Singen ist für mich die Sprache der Liebe. Es hat für mich eine ganz besondere und große Kraft. Die innerdeutsche Mauer beispielsweise ist zu Fall gebracht worden, indem Menschen gebetet und gesungen haben, für mich eines der größten Wunder, das ich erleben durfte.
Die Lieder, die ich singe berühren uns in der Tiefe unseres Herzens und unserer Seele, sie helfen, uns zu erinnern, dass wir verbunden sind, eingebunden in den großen Kreis des Lebens. Sie helfen, uns jenseits von Konzepten und Vorstellungen an die tief in uns wohnende uralte Weisheit der Erde anzudocken. Das ist etwas, das heute vielen Menschen zutiefst fehlt. Uns ist der Kontakt zu unserer Quelle, der Kontakt zur Seele im Laufe der Zeit immer mehr verloren gegangen. Ich erlebe heute eine große Orientierungslosigkeit im Dschungel von Medien- und Informationsflut. Viele Menschen leben in Angst, das macht uns enorm manipulierbar.
Das gemeinsame Singen stärkt die Liebe und das Vertrauen, die uns helfen, durch alle Ängste hindurch den Mut zu finden, unserem Weg treu zu bleiben, Zweifel zu vertreiben und Unsicherheiten zuzulassen. Ich spüre wir sind aufgefordert, noch viel tiefer in unsere ureigene Kraft hineinzuwachsen, neue Wege zu wagen und Unmögliches möglich zu machen. Das können wir, indem wir lernen wie es geht, unserer ureigenen Stimme noch viel mehr zu vertrauen und wahrhaftig anwesend zu werden.
Außerdem möchte ich über die Freude am Singen und am stimmlichen Ausdruck auch die Lebensfreude und die Lebenskraft wieder wecken, die vielen im Alltag verloren gegangen ist. Haben früher Menschen beispielsweise während der Arbeit gemeinsam gesungen, ist es heute aus unserem Alltag weitgehend verschwunden und wird, wie so vieles andere auch, an Experten und Profis abgegeben. Singen ist oft schambehaftet, wie ich leider schon bei Kindern im Schulalter erlebe. Ich spüre, dass mit dem Singen auch die Lebensfreude aus unserem Alltag gewichen ist.

Du beschreibst die Stimme als den Spiegel unserer Seele – was ist damit gemeint?

Über die Stimme drückt sich unsere Seele so direkt und unmittelbar aus, wie sie es sonst auf keine Weise vermag. Hinter unserer Stimme können wir uns nicht verstecken. Wir alle kennen das, wenn die Stimme bei Lampenfieber vor Angst zittert, wenn wir bei Scham ganz leise sprechen, wenn wir vor Freude im Sprechen übersprudeln, …
Wenn wir uns erlauben alle Gefühle die da sind, zu fühlen und uns damit zu zeigen, ist dies ein normaler und lebendiger Ausdruck unseres Seins. Doch unterliegen Gefühle oft unserer Bewertung und wir versuchen sie zu verstecken. Deshalb macht uns unser Ausdruck über die Stimme so verletzbar, denn wenn unsere Stimme kritisiert wird, erleben wir das – besonders als Kind – meist als Kritik an unserer gesamten Persönlichkeit.
Dazu ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: In der Schule war ich oft ängstlich und schüchtern, sprach entsprechend sehr leise. Da Angst und Schüchternheit durch meine Erziehung extrem schambehaftet war, schämte ich mich zutiefst, wenn ich aufgefordert wurde, lauter zu sprechen. Mehr noch, ich identifizierte mich mit meiner Ängstlichkeit. Dabei hatte ich in anderen Situationen zu Hause, in denen ich mich sicher fühlte, durchaus eine laute Stimme, was mir aber damals nicht bewusst war – und das Verrückte ist: Meine Stimme hat sich meinem Glaubensmuster im Laufe der Zeit immer mehr angenähert, bis ich viele Jahre später das alte Glaubensmuster ablegen konnte.

Foto: Sabine Bevendorff

Neben dem Singen in der Gruppe bietest Du auch Einzelbegleitungen an. Kannst Du das etwas näher beschreiben?

In der Einzelbegleitung versuche ich genau an dieser Verbindung von Stimme zur Seele anzusetzen. Ich begleite also Menschen über die Stimme auf dem Weg zu ihrer Seele in ihre ureigene Kraft. Dabei helfen Körper- und Atemübungen sowie auch das Tönen, einen Zugang zu den blockierten und unterdrückten Gefühlen und Seelenanteilen zu finden, die sich im Laufe des Lebens durch Verletzungen von uns abgetrennt haben.
Kleine Kinder können meist noch sehr laut schreien ohne heiser zu werden. Die Stimme wird dabei gestützt durch die Kraft ihres lebendigen Körpers. Der ganze Körper ist Ausdruck ihrer Lebendigkeit und Kraft, die sich in der Stimme ausdrückt. Wenn wir, wie es häufig passiert, als Kinder in unserem Ausdruck von Lebenskraft verletzt oder kritisiert werden und uns entsprechend zurücknehmen, verliert auch die Stimme an Kraft. Wenn wir dann diese inneren Blockaden überspielen, dennoch laut sprechen wollen oder aufgrund beruflicher Erfordernisse müssen, bauen wir oft im Hals Druck auf, um die fehlende Körperspannung zu ersetzen, was zu chronischer Überlastung der Stimme führen kann.
Wenn wir nun Kontakt zu den alten Verletzungen aufnehmen und im Kontakt mit unserer Seele tönen, so erfahren wir indem wir unserer eigenen Stimme zuhören wie wir diese alten Verletzungen heilen können. Diese Arbeit erfordert Mut, ist aber enorm hilfreich und heilsam.

Gab es Begleiter, Weggefährten, Menschen, die Dich auf Deinem Herzensweg unterstützt und inspiriert haben?

An erster Stelle möchte ich hier Gila Antara nennen, ohne die ich meinen Weg niemals gefunden hätte. Durch ihre Lieder und Seminare hat sie mir Worte und Lieder geschenkt, die mir halfen, mich selbst besser zu verstehen und mir Mut machten, meine Träume nicht nur zu träumen sondern zu verwirklichen. Ihr Weg spornt mich an selbst meinen Weg zu gehen. Auch in meiner Familie erfahre ich viel Wertschätzung und Unterstützung. Besonders mein Partner Jürgen unterstützt mich im Singen und auch im Alltag, indem er manche Dinge im Haushalt übernimmt. Wenn ich sehe mit wie viel Mut meine Tochter Mirja ihre Träume verwirklicht, spüre ich tiefe Dankbarkeit. Sehr viel Unterstützung und mutmachender Zuspruch kommt auch von den Menschen, die mit mir singen, die meine Lieder hören und weitertragen.

Was hat Dir darüber hinaus Mut gemacht und Dich getragen?

Besonderen Mut hat mir gemacht, dass meine Singkreise von Anfang an gut angenommen wurden. Es gibt Menschen, die seit nun sechs Jahren, von Beginn an, diesen Weg mit mir gehen und denen ich ganz besonders dankbar bin.

Welche Hürden musstest Du meistern?

Hürden gibt es immer wieder. Ich glaube sie sind dazu da, um zu testen ob wir das, was wir anstreben wirklich wollen und auch uns stark zu machen auf unserem Weg.
Die erste große Hürde war meine Angst vor Sichtbarkeit. Die ersten Flyer in der Stadt zu verteilen war schon eine sehr aufregende Sache.
Eine weitere Hürde ist für mich immer wieder die Scham, mein Inneres, meine Gefühle (besonders die ungeliebten) nach außen sichtbar zu machen. Sie anzunehmen ist der erste Schritt und das Schöne ist, mit jedem Schritt wird es leichter.
Um meine erste CD zu produzieren habe ich gleich mehrere Hürden überwinden dürfen. Ich hatte bis dahin wenig Studioerfahrung und in mir die Frage, ob ich mir das wirklich zutraue. Fremde Musiker/innen anzusprechen mich zu unterstützen erforderte meinen ganzen Mut. Und dann kostet eine CD-Produktion nicht wenig Geld. Bis das wieder drin ist, müssen viele CDs verkauft werden. Aber irgendwie kam in diesem Moment ein Engel in Form einer Erbschaft, die genau für die Produktion reichte. In solchen Momenten erlebe ich wie sehr das Universum möchte, dass unsere Herzenswünsche in Erfüllung gehen und wir wirklich Unterstützung finden, wenn wir uns auf unseren eigenen Weg machen.

Gab oder gibt es auch Zweifel an Deinem Weg?

Früher habe ich sehr viel an mir gezweifelt, vor allem an meinen Fähigkeiten, aber auch an meinem Wert. Da waren Sätze wie „Ich kann das nicht.“ , „Ich bin nicht gut genug.“ … Vor einigen Jahren hatte ich einen Traum. Darin erhielt ich die deutliche Botschaft: „Der Zweifel ist dein größter Feind.“ Und irgendwie hat das gewirkt. Seitdem weiß ich, dass ich dem Zweifel niemals zu viel Aufmerksamkeit schenken darf. Er hat nur eine Chance, wenn ich nicht klar bin. Je mehr ich meiner inneren Stimme vertraue und folge und meine Aufmerksamkeit auf das lenke, was ich kann und möchte, desto weniger untergräbt er mein Handeln.

Was ist das Wichtigste, was Du auf diesem Weg gelernt hast?

Ich habe gelernt, dass ich Schöpferin meines Lebens bin, also die Macht habe es selbst zu gestalten und dass ich verantwortlich für meine Sichtweise auf das Leben bin und dafür wie ich es (er-)lebe. Dafür ist es wichtig meine Aufmerksamkeit auf meine Stärken und Fähigkeiten zu lenken. Und gleichzeitig darf ich mir erlauben unperfekt zu sein, Fehler zu machen und einfach Mensch zu sein.
Und ich habe gelernt, dass das Leben etwas sehr Kostbares und Wertvolles ist und dass wir unsere Träume jetzt leben und auf die Erde bringen sollen, weil es schon morgen einfach vorbei sein kann.

Du hast zwei CDs veröffentlicht mit sehr berührenden und mutmachenden Liedern. Wo kann man da ‚reinhören bzw. bei Interesse eine CD bestellen?

‚Reinhören kann man in einige Lieder auf meiner Website. Dort gibt es auch Infos, wie man die CDs bestellen kann.

Wenn Du drei Wünsche frei hättest für deinen weiteren Lebensweg – welche wären das?

Ich wünsche mir, dass ich in meinem Leben erfahren darf, dass wir auf unserer schönen Erde neue Lebensformen finden, die uns erlauben unser Potential voll zu entfalten, innerlich frei und unabhängig zu werden und gleichzeitig in Liebe miteinander und mit der Erde verbunden zu sein.
Dazu möchte ich durch meine Arbeit beitragen. So wünsche ich mir durch meine Lieder, Singkreise und Seminare viele Menschen zu erreichen und zu unterstützen, Heilung und Kraft zu schenken und Mut zu machen eigene Wege zu gehen. Mögen sie helfen, die Welt ein ganzes Stück schöner, bunter, lebendiger und heiler werden zu lassen.
Damit ich das alles mit meiner ganzen Kraft tun kann, wünsche ich mir noch viele Jahre Gesundheit und Lebensfreude, die ansteckend auf andere Menschen wirkt.

Wie kann man mit Dir in Kontakt treten?

Man findet mich im Internet unter www.sabinebevendorff.de/ oder auch bei Facebook www.facebook.com/Sabine-Bevendorff
Außerdem freue ich mich über Nachrichten per e-Mail über mein Kontaktformular www.sabinebevendorff.de/kontakt/.
Telefonisch bin ich zu erreichen unter 04351/879756.

Liebe Sabine, ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview. Deine Lieder sind mir zu Wegbegleitern geworden – Deine Worte bestärken mich, meinen Herzensweg weiterzugehen. Hab vielen Dank dafür.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mir selbst wurde das Geschenk ? zuteil mit Sabine bei uns in Nordhausen singen ? zu dürfen. Eine wunderbare Sängerin mit wunderbaren Liedern die mein Herz zu tiefst berühren.
    Sabine ich liebe deine Musik
    Herzlich Heidi

    • Liebe Heidemarie,
      hab vielen Dank für Dein Teilen.
      Da hast Du wirklich ein wunderschönes Geschenk erhalten.
      Sabines Lieder sind sehr kraftvoll und berührend. Sie sind für mich Mutmacher und Wegbegleiter.
      Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Sabines CDs anhören kann.
      Alles Liebe,
      Sabine

  2. Oh so schön! Heute gibt es Sabine im Doppelpack! So wundervoll berührend das Interview, wie die Lieder von Sabine. Ich mag sie auch! Ich habe Sabine auf der Webseite bei Sabrina gefunden und mich gefreut! Auch ich war von klein Kind an bis heute auf der Suche nach dem inneren Frieden. Jetzt höre ich auf zu suchen, ich finde! DAS LEBEN – DIE LIEDER – DIE LIEBE! und alles ist gut!
    DANKE Sabine für diesen Beitrag! Mögest du viel Freude beim singen haben!
    alles Liebe Moni

    • Liebe Moni,

      „Sabine im Doppelpack“ :-))).
      In Sabines Liedern finde ich mich wieder und immer öfter singe ich mit, wenn ich ihre CDs anhöre. Die Lieder sind wunderschön und berühren mich im Inneren.
      Alles liebe,
      Sabine

  3. Ich habe Dich ganz und gar in Deinen Worten wiedererkannt und -gefunden, liebe Sabine, auch ich bin Fan Deiner Lieder und wie Du sie singst – mit uns, die wir zu Dir kommen, um sie mit Dir zu singen und gemeinsam zu schwingen, zu klingen, zu stimmen… Mich verbindet unsere Art zu singen mit mir, miteinander und mit dem, was größer und stärker ist als wir, ich nenne es Mutter Erde und Vater Himmel… Und wenn ich das Gefühl habe, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, dann fühlt es sich für mich an wie Verliebt ins Leben und dieses Gefühl hatte ich auch schon mit und bei Dir, Sabine.
    Herzhüpf, Bettina, Wetter/Ruhr

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