Coaching mit Herz und Hund: Barbara Schmidt-Ontyd

Heute kann ich Euch wieder eine wunderbare starke Frau vorstellen, die sich getraut hat in der Lebensmitte neue Wege zu gehen.
Ein Burnout zwang Barbara zu einer Auszeit und zum Hinterfragen ihres eigenen Weges.
Daraus resultierend war der Absprung von ihrem Angestelltendasein für sie die logische Konsequenz. Wie es ihr dabei gegangen ist und welche Hürden sie gemeistert hat, könnt Ihr im folgenden Interview lesen.

Liebe Barbara, kannst Du Dich den Lesern kurz vorstellen und beschreiben, was Du tust?

Mein Name ist Barbara Schmidt-Ontyd, gerade bin ich 55 Jahre alt geworden. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne, die nicht mehr in unserem Haushalt wohnen. Seit 25 Jahren lebe ich in Haltern am See und fühle mich dort sehr wohl. Von Beruf bin ich Sozialarbeiterin und Supervisorin. Heute arbeite ich als Coach in meiner Praxis „Herzerfrischend“. Ich begleite Menschen dabei Krisen zu überwinden, wieder in die Stärke zu kommen und einen freundlichen Umgang mit sich selbst zu lernen.

Du bist seit 5 Jahren freiberuflich tätig – was hat Dich bewogen, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen?

Meine feste Stelle hatte ich gekündigt, da ich ein Burnout hatte. Eigentlich ein schlechter Start für die Selbständigkeit. Ich wollte weg von der Belastung und hatte keine Ahnung davon, wohin ich wollte. Deshalb war es auch kein kraftvoller Start. Zu Beginn war ich mehr damit beschäftigt gesund zu werden und wieder Freude am Leben zu entdecken. Heute ist das eine wertvolle Erfahrung, denn ich kann das Wissen, was mir bei meiner eigenen Krise geholfen hat, in meine Arbeit mit einbringen.

Wie entstand der Name Praxis „Herzerfrischend“ (den ich übrigens wunderschön finde)?

Bevor ich meine Praxis „Herzerfrischend“ genannt hatte, hatte ich die Facebookseite „Herzerfrischend“. Dort veröffentliche ich jeden Morgen ein Foto, das ich fotografiert hatte mit einem Zitat, das ich ansprechend fand und das mein Herz erfrischt. Eine Aufgabe, die ich mir gesucht hatte, um das Schöne in meinem Leben bewusst wahrzunehmen.
Da die Seite ganz erfolgreich war, war es für mich auch passend meine Praxis so zu nennen.

Richten sich Deine Angebote hauptsächlich an Frauen?

Ja, zu mir kommen häufiger Frauen als Männer und ich arbeite auch gerne mit Frauen. Schließlich bin ich selbst auch eine Frau. 😉

Was hat Dich auf Deinem Weg bestärkt, was hat Dich getragen?

Das war und ist auf jeden Fall mein Mann. Er hat mir die Freiheit gegeben mich auf das Abenteuer Selbstständigkeit einzulassen. Ohne diese Freiheit würde es die Praxis „Herzerfrischend“ nicht mehr geben. Dafür bin ich sehr dankbar.
Weiter ist es das Feedback, das ich für meine Arbeit bekomme. Das ist ein guter Ansporn weiter zu machen.

Welche Hürden musstest Du meistern?

Alles allein machen zu DÜRFEN, was sich manchmal eher wie alles allein machen zu MÜSSEN anfühlt. Es liegt ein sehr großer Vorteil darin allein in einem Business zu arbeiten. Ich muss mich nicht lange auf den Weg machen und andere von meinen Ideen überzeugen. Nur manchmal fehlt auch ein Gegenüber – also Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind und Feedback geben können.
Seit einem Jahr habe ich eine Mastermindgruppe: Wir sind ein paar Frauen aus ganz Deutschland, alle damit beschäftigt ihr kleines Business voran zu bringen und auf sich aufmerksam zu machen. Wir haben eine Facebookgruppe, in der wir unsere Ideen niederschreiben. Dort gibt es schnell ein sehr offenes Feedback. Alle zwei Wochen treffen wir uns über Skype, das tut richtig gut.

Gab es auch Zweifel an Deinem Weg und wenn ja – wie bist Du damit umgegangen?

Natürlich kenne ich Zweifel an meinem Weg. Dann nutze ich die Tools, die ich im Coaching bei meinen Klientinnen anwende auch für mich. Oder ich suche ein Gespräch mit meinem Mann oder Freundinnen. Je nach Thema nutze ich auch Coaching oder Supervision. Der Blick von Außen ist eben manchmal sehr hilfreich.

Was sind Deine Stärken?

Für eine Übung habe ich einmal 50 Stärken von mir gefunden, aber die möchte ich hier nicht alle veröffentlichen. Beruflich suche ich ja gerne die Stärken meiner Klientinnen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass Stärken nichts sind, was nur wir haben oder Fähigkeiten in Bezug auf die wir so gut sind wie kein anderer. Wir teilen unsere Stärken mit vielen. Ich definiere die Stärken als Eigenschaften und Fähigkeiten, die uns ausmachen, mit denen wir unser Leben meistern. Und jeder hat Stärken.
Eine meiner Stärken ist in den letzten Jahren meine Dankbarkeit geworden. So lenke ich meine Aufmerksamkeit auf das Positive, auf das Gelingende, auf das Schöne in unserer Welt. Dankbarkeit ist eine sehr gesunde Haltung und ein tolles Gefühl.
Dann finde ich immer wieder einen Weg: Wenn es einmal schwierig wird suche ich so lange, bis ich zufrieden bin. Dabei ist es mir wichtig, auch einmal etwas anders oder ungewohnt zu machen, also kreativ zu sein.
Ich bin sehr neugierig auf Menschen. Jede und jeder hat etwas Einzigartiges, das begeistert mich.
Ich mag meinen Humor, bin sehr zuverlässig und hilfsbereit.

Du hast eine Hündin, die bei Deinen Gesprächen dabei sitzt, wenn die Klienten es mögen. Welche Rückmeldungen hast Du diesbezüglich bekommen?

Angie, eine Golden Retriever-Dame übernimmt meistens den Empfang. Sie begrüßt und verabschiedet die Klientinnen und sorgt gleich für eine lockere Stimmung. Sie ist begeistert immer wieder neue Menschen zu treffen. Da jeder unterschiedlich auf Hunde reagiert, kommt es auch schon einmal vor, dass sie in der Küche bleibt. Sie ist ein Hund, bei dem alle Angst vor Hunden verloren geht, aber wenn kein Kontakt gewünscht wird, gibt es auch keinen.

Wie tauschst Du Dich mit Kollegen aus?

Von meiner Mastermindgruppe habe ich schon berichtet. Dann nutze ich die Fortbildungen, die ich besuche z.B. NLP und Klopfakupressur. Im Moment nutze ich auch Supervision – gerade, wenn ich etwas neues lerne, halte ich das für ein gutes Angebot.

Was ist Deine Meinung zum lebenslangen Lernen?

Mir ist es wichtig neugierig und interessiert zu bleiben. Allein, was ich in den letzten 5 Jahren gelernt habe, hat mein Leben unglaublich bereichert. Von mir aus darf es so weitergehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das im Rentenalter einmal anders wird.

Was rätst Du Menschen in der Lebensmitte, die ihren eigenen Weg gehen möchten?

Eigene Wege sind sehr attraktiv. Pauschal möchte ich da keine Antwort geben, da die Situation bei jeder und jedem anders ist. Es lohnt sich auf jeden Fall genau hinzuschauen, was hinter dem Wunsch steckt und wie er in Erfüllung gehen kann.

Wenn Du drei Wünsche frei hättest für Deinen weiteren Lebensweg, welche wären das?

Mich noch mehr meinem inneren Frieden zu nähern. Mein zweiter Wunsch ist, die Natur an ganz verschiedenen Orten ganz intensiv erleben zu können, unter anderem möchte ich gerne in der Wüste den Sternenhimmel beobachten. Ein weiterer Wunsch ist, ein größeres Projekt mit einer anderen Person gemeinsam zu entwickeln. Es ist eben auch sehr inspirierend sich gegenseitig weiter zu bringen.

Wie kann man mit Dir in Kontakt treten?

Über meine Homepage: www.praxis-herzerfrischend.de
per Mail: info@praxis-herzerfrischend.de
per Telefon: 02364 106495

Liebe Sabine,
ganz herzlichen Dank für Deine wunderbaren Fragen. Dir wünsche ich viel Erfolg mit deiner eigenen Selbstständigkeit. Viel Erfolg auch bei deinem Projekt, Menschen die einen Neuanfang in der Lebensmitte wagen, vorzustellen. Es ist ein tolles Projekt, das sehr inspirierend ist.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dir, liebe Barbara für das schöne Interview und wünsche Dir für Deinen weiteren Weg alles, alles Gute.
Herzlichst,
Sabine

Foto: Barbara Schmidt-Ontyd
Titelfoto: pixabay annca

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