Angst vor Veränderung

Kennst Du das auch: Du hast für Dich eine Entscheidung getroffen, willst Dein Leben verändern und plötzlich hält Dich etwas wie ein Gummiband fest? Du versuchst nach vorne zu laufen und wirst zurückgezogen.
Mir ging es in den letzten Wochen des Öfteren so und ich wollte der Ursache auf den Grund gehen.

Was bremst mich immer wieder aus?
Warum lasse ich mich so oft ablenken?
Warum setze ich meine Pläne nicht so um, wie ich es mir vorgenommen habe?
Warum schiebe ich vieles vor mir her?

Dann hatte ich einen sehr intensiven Traum und plötzlich wurde mir klar: Es ist Angst, die mich lähmt. Die Angst vor Veränderung (auch wenn ich sie mir gewünscht habe), Angst mit meinen Fähigkeiten und Talenten in die Welt hinaus zu gehen.

Woher kommt nun diese Angst und wie gehe ich mit ihr um?

Wenn ich in mich hinein lausche kann ich spüren, dass es vor allem meine einschränkenden Glaubenssätze sind, die mich ausbremsen.
Sätze wie diese:

Ich bin noch nicht gut genug, die anderen können das besser.
Es gibt ja schon so viele, warum soll jemand sich gerade für mein Angebot interessieren?
Ich werde mich blamieren.
Ich kann dafür kein Geld verlangen….

Mit diesen Gedanken halte ich meine Talente und Fähigkeiten klein und sie können nicht wachsen.
Innere und äußere Zweifel bremsen mich aus, wenn ich ihnen zu viel Raum gebe.

Es gibt da eine Metapher von einem Wettlauf der Frösche:

>> In einer kleinen Stadt wurde ein Wettlauf der Frösche veranstaltet. Das Ziel war es, auf den höchsten Punkt eines Turmes zu gelangen.
Viele Zuschauer waren gekommen, jedoch glaubte keiner von ihnen, dass auch nur ein Frosch an die Spitze des Turmes gelangen konnte. Dementsprechend fielen auch die Reaktionen aus – Sätze wie diese :“Ach die Armen, sie werden es nie schaffen.“
Tatsächlich gaben die Frösche nach und nach vor Erschöpfung auf, weil sie nicht an ihren Sieg glaubten.
Am Ende blieb nur noch ein Frosch übrig, der unverzagt weiterkletterte bis zur Spitze des Turmes.
Als die anderen Frösche ihm gratulieren wollten, merkten sie, dass er taub war. <<

Auch folgende Äußerung eines unbekannten Verfassers trifft ins Schwarze: „Alle sagten es geht nicht – da kam einer, der das nicht wusste und tat es .“

Manchmal halte ich an Altem fest, weil es mir vertraut ist und Sicherheit gibt – auch wenn es mir nicht gut tut. Dann fürchte ich, die Kontrolle zu verlieren.
Wenn ich jedoch festhalte, verkrampfe ich und es fehlt mir die Leichtigkeit meinen Weg zu gehen.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: „ Wer loslässt, hat beide Hände frei.“
Nur mit freien Händen kann ich die Geschenke des Lebens empfangen.

Wachsen kann ich daher nur, wenn ich meine Komfortzone verlasse.
Es gibt keine Garantie dafür, dass etwas gelingt. Doch wenn ich auf mein Herz höre, spüre ich die Energie und Leidenschaft wieder in mir. Dann weiß ich, dass ich der Gestalter in meinem Leben bin.
Ich lerne immer mehr auf meine innere Stimme (Intuition) zu hören und dem Leben zu vertrauen. Es wird mir immer einen Weg zeigen, wenn ich meinem Herz und meiner Sehnsucht folge.

Was kann ich also tun, um mich nicht von meinen Ängsten ausbremsen zu lassen?

Zunächst ist es hilfreich meine Sichtweise zu verändern und von „außen“ auf die Herausforderungen zu schauen. Ivana – die Bergzauberin – hat dazu die Vogelperspektive vorgeschlagen: Ich stelle mir vor, wie ein Vogel von oben auf das zu schauen, was mich ausbremst. So habe ich eine gewisse Distanz und kann mich neu ausrichten.
Ich kann mich fragen: Was ist das Schlimmste, was mir passieren kann?
Ist bei einem Scheitern mein Leben in Gefahr? – NEIN.
Dann ist es wichtig meinen Fokus zu verändern: Ich konzentriere mich nicht zu sehr auf die Gefahren, sondern stattdessen vor allem auf die vielen Möglichkeiten und Chancen, die sich für mich ergeben. Hilfreich ist für mich dabei, wenn ich mich an Situationen erinnere, die ich erfolgreich gemeistert habe. Situationen, in denen ich meine Stärke gelebt habe.
So eine innere Klausur führe ich sehr gerne in der Natur durch. Ich suche mir einen Platz, wo ich längere Zeit ungestört sein kann und habe immer etwas zum Schreiben dabei. Nach einer Weile der Ruhe kann ich in mir die Antworten auf meine Fragen finden.

Ein weiterer wichtiger Schritt war für mich, mir meiner negativen Autosuggestion bewusst zu werden.
Wie bespreche ich mich, wenn ich Angst habe?

In einem Film sagt ein alter Mann zu einem Jungen: „Der größte Feind in Deinem Leben schaut Dich jeden Morgen im Spiegel an.“

Daher ist es wichtig, kraftgebende Worte für sich und andere zu finden.
Der Begründer der modernen bewussten Autosuggestion war Émile Coué , ein französischer Apotheker und Autor. Er erkannte die Macht der Worte auf unser Unbewusstes („Unterbewusstsein“).
Auf Youtube kannst Du dazu einige hilfreiche Beiträge finden.

Eine weitere wichtige Methode für mich war darüber hinaus, meine Ängste aufzuschreiben und hinterher mit der „Realität“ abzugleichen. Schon beim Schreiben konnte ich eine Erleichterung spüren und hinterher jedes Mal feststellen, dass meine Ängste zu 99% unbegründet waren.

Silke Steigerwald von Wechsel-Zeiten hat mir eine weitere Anregung mitgegeben als ich ihr erzählte, dass mir manchmal der Mut fehlt, das nach außen zu bringen, was in mir ist.
Sie gibt dem Mut einen Namen und spricht mit ihrer „Mutperson“. Dabei geht sie mit ihr in einen inneren Dialog und stellt Fragen – etwa warum sie heute nicht so präsent ist oder was sie hindert sich zu zeigen. So kann sie herausfinden, wer oder was den Mut verdrängen will – nach dem Motto: „Gegner erkannt, ‚Gefahr‘ gebannt.“

„The Work“ von Byron Katie ist ebenfalls ein guter Ansatz, um negative Glaubenssätze zu transformieren.
Byron Katie war stark depressiv bis sie erkannte, dass sie litt, wenn sie ihren Gedanken glaubte; glaubte sie diesen jedoch nicht, litt sie auch nicht. Daher entwickelte sie eine Technik mit 4 Fragen und Umkehrfragen:

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du (was passiert in dir), wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Mehr dazu kannst Du hier nachlesen:
http://thework.com/sites/thework/deutsch/ .

Was hilft mir noch?
Ich teile meine Ziele in kleinere machbare Schritte auf, treffe klare Entscheidungen und handle auch danach. Nicht zu vergessen ist mein Dankbarkeitstagebuch, welches mich mit der Fülle in meinem Leben verbindet.

Und ganz besonders hat es mir geholfen, noch einmal die Interviews mit den wunderbaren Mutmachern auf meiner Webseite zu lesen.

Wie gehst Du mit Ängsten um?
Über einen Kommentar von Dir freue ich mich sehr. Ich lerne gerne dazu.
Herzliche Grüße,
Sabine

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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sabine,
    diese Strategien kenne ich alle und sie wirken wunderbar.
    Ich wünsche Dir Erfolg und neue Erfüllung.
    Maja

    • Liebe Maja,
      vielen Dank für Deine Bestätigung und Deine lieben Wünsche.
      Manchmal mache ich etwas kleinere Schritte, aber ich gehe trotzdem weiter.
      Alles Liebe Dir,
      Sabine

  2. Hallo Sabine,
    ich kenne das soooo gut, was du beschreibst. Ich habe ein
    wunderschönes Buch mit Affirmationen von Louise Hay und wenn ich mal mutlos oder ratlos bin, dann schlage ich einfach irgendeine Seite auf. Wie gestern Abend und da stand: „Ich bin es würdig Erfolg zu haben!“
    In diesem Sinn, alles Liebe!
    Andrea

    • Liebe Andrea,
      hab vielen Dank für Deine Rückmeldung – ich freue mich sehr darüber.
      Louise Hay lese ich auch sehr gerne – Danke für die Erinnerung.
      Ich finde es so wichtig, wenn wir uns untereinander bestärken, so wie es Silke und Ivana bei mir getan haben.
      Hab vielen, lieben Dank für Deinen Beitrag.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  3. Hallo Sabine,
    das ist ein wirklich schöner und hilfreicher Artikel zum Thema „Angst vor Veränderung“. Sehr interessante Ansätze und Übungen, die ich lohnenswert finde, auszuprobieren. Um Wachstum im Leben zu erfahren, in welcher Hinsicht auch immer, braucht es Mut zur Veränderung und dieser Artikel beflügelt und motiviert, diesen Schritt zu gehen.
    Vielen Dank dafür.
    Viele Grüße,
    Heidi

    • Liebe Heidi,
      ich freue mich sehr über Deine Rückmeldung – hab vielen Dank dafür.
      Neben dem Mut braucht es auch Vertrauen.
      Vertrauen in mich, meinen Weg und dass es das Leben immer gut mit mir meint – auch wenn ich es im Moment vielleicht (noch) nicht erkennen kann. Es ist die Gewissheit, dass ich allem gewachsen bin, was auch immer geschieht.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

  4. Liebe Sabine,

    ja die Angst! Aus meiner Sicht hat jeder Angst. Und jeder hat auch Angst speziell vor Veränderung. Das ist sicherlich zu erklären durch die Funktion und Wirkungsweise des Reptiliengehirnes, was am liebsten alles so lässt, wie es ist.

    Ich denke der Schlüssel ist der Umgang mit der Angst und zahlreiches was du hier beschrieben hast, spielt dabei eine Rolle.

    Da jeder Angst hat, geht es schließlich immer nur darum, wie man damit umgeht und das man sich von ihr nicht lähmen oder zurückhalten lässt.

    Viele Grüße,
    Gerd

    • Lieber Gerd,
      vielen Dank für Deine schönen Ergänzungen.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Angst etwas kleiner wird, wenn ich sie annehme und nicht dagegen kämpfe. So habe ich mehr Energie für das, was mir wirklich wichtig ist.
      Ja – da bin ich ganz bei Dir: entscheidend ist der Umgang mit der Angst.
      Herzliche Grüße,
      Sabine

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