Adventskalender 2015 für die Tage 1 – 24

Bis zum 24. Dezember findet ihr hier jeden Tag eine kleine Anregung.

1. Dezember

Heute habe ich für euch „Schritte“ von Martin Walser ausgesucht und wünsche euch einen wunderschönen Tag:

Schritte

Man muss nur den nächsten Schritt tun.
Mehr als den nächsten Schritt kann man überhaupt nicht tun.
Der nächste Schritt ist nämlich immer fällig.
Der nächste Schritt ist nie ein großes Problem.
Man weiß ihn genau.
Eine andere Sache ist, dass es gefährlich werden kann.
Nicht sehr gefährlich.
Aber ein bisschen gefährlich kann auch der fällige nächste Schritt werden.
Aber wenn du ihn tust, wirst du dadurch,
dass du erlebst, wie du ihn dir zugetraut hast, auch Mut gewinnen.
Während du ihn tust, brichst du nicht zusammen, sondern fühlst dich gestärkt.
Gerade das Erlebnis, dass du einen Schritt tust, den du dir nicht zugetraut hast,
gibt dir ein Gefühl von Stärke.
Es gibt nicht nur die Gefahr, dass du zuviel riskierst,
es gibt auch die Gefahr, dass du zuwenig riskierst.
Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.

2. Dezember

Der Verfasser der folgenden Geschichte „Arm und Reich“ ist unbekannt:

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute so leben.
Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“
„Sehr interessant!“, antwortete der Sohn.
„Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“
„Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“
„Was hast du also gelernt?“, fragte der Vater.
Der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“

3. Dezember

Den heutigen Text habe ich vor vielen Jahren von einer Kollegin erhalten – der Verfasser ist unbekannt.
Die Zeilen begleiten mich seit Jahren nicht nur zur Weihnachtszeit.

Jedesmal,
wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedesmal,wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder,
eure Eltern oder Freunde,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr beschließt, aufrecht und aufrichtig zu leben,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn du deinem Leben einen neuen Sinn gibst,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr einander anseht mit den Augen des Herzens,
mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten,
denn,
… es ist geboren die Liebe,
… es ist geboren der Friede,
… es ist geboren die Gerechtigkeit,
… es ist geboren die Hoffnung,
… es ist geboren die Freude,
… es ist geboren Christus der Sohn Gottes
und Bruder der Menschheit.

4. Dezember

Heute hat ein Mensch Geburtstag, den ich unwahrscheinlich mag. Daher fällt meine heutige Weihnachtsbotschaft sehr persönlich aus.
Vielleicht kann ich euch damit auch anregen, heute ganz besonders an einen lieben Menschen zu denken.

Ich denke an Dich.

Ich denke jeden Tag an dich
und bin dankbar für die gemeinsam verbrachte Zeit.
Du bist ein Schatz, einzigartig und wunderbar.
Auch wenn du selber es vielleicht nicht so sehen kannst.
Ich denke an dich.
Es ist so schön, dass es dich gibt.
Danke.


Ich habe gestern auch noch einen wunderschönen Text von Sonja Ebner gefunden:

Ich wünschte du hättest dich nur einmal
mit den Augen sehen können,
mit denen ich dich gesehen habe.

Dann hättest du vielleicht erkennen können,
dass es niemals darum gegangen ist,
dich zu verändern.

Dann hättest du vielleicht begreifen können,
was für ein Wunder du bist.
Nicht weil du
perfekt
richtig
oder fehlerfrei bist.
Und auch nicht,
weil du so bist, wie ich es immer brauche
oder mir gewünscht habe.

Sondern einzig,
weil du du bist.

Ich wünschte du hättest dich nur einmal
mit den Augen sehen können,
mit denen ich dich gesehen habe.

Dann hättest du vielleicht erkennen können,
wie schwierig es für mich manchmal war,
mit dir umgehen zu können.

Ich bin keinesfalls perfekt,
richtig
oder fehlerfrei.

Ich bin einfach nur ich.
Und keinesfalls so, wie du es immer brauchst,
oder dir gewünscht hast.

Ich wünschte du hättest dich nur einmal
mit den Augen sehen können,
mit denen ich dich gesehen habe.

Dann hättest du vielleicht erfahren,
dass du immer genug warst.
Und vielleicht hätte das eine Türe zu dem aufgemacht,
was du ein Leben lang schon gesucht hast.

Die Liebe zu dir selbst.
So wie du BIST.

Das ist es,
was ich gefunden habe,
wenn ich dich angesehen habe.

Die Liebe zu dem Wunder in uns allen.

Wir sind immer GENUG.
Nicht weil wir perfekt,
fehlerfrei
oder richtig wären.

Sondern einfach nur, weil wir SIND.

Text: Sonja Ebner 2015; www.beziehungs-weise.net

5. Dezember

Diese Worte von Anselm Grün habe ich heute rausgesucht:

Zum Geleit

Welche Assoziationen kommen dir, wenn du an Sterne denkst?
Vielleicht glänzen deine Augen, wenn du von dem Stern sprichst, der dir aufgegangen ist? Es ist etwas eingebrochen in deine Nacht, etwas Glänzendes, etwas Liebes.
Mit dem Stern ist Hoffnung in dir aufgekeimt. Der Stern weist dir den Weg. Er begleitet dich. Er macht dein Leben weit. Vielleicht bist du selbst für andere so ein Stern geworden, der ihnen den Weg weist?

Dazu möchte ich euch noch eine persönliche Geschichte erzählen: Vor vielen Jahren war unsere Jüngste im Kindergarten beim Krippenspiel dabei. Sie trug einen Stern an einem Stab und sprach dazu: „Ich bin der Stern, der euch den Weg weist.“
Ja – sie ist all die Jahre schon der Stern, der uns den Weg weist.
Und nicht nur sie. Wir können viel von unseren Kindern lernen.

6. Dezember

Mache dich auf den Weg

Mache dich auf den Weg
und suche das Licht,
das tief in deiner Seele
unter vielen Traurigkeiten
fast verloschen ist.

Mache dich auf den Weg
und grabe die Hoffnung aus,
die tief in deiner Seele
unter tausend Ängsten
ganz verschüttet ist.

Mache dich auf den Weg
und laß die Lebenskräfte frei,
die tief in deiner Seele
durch erlittene Schmerzen
ganz gefesselt sind.

Mache dich auf den Weg
und finde wieder heim
zu dir selbst.
Und du wirst wieder
leuchten
und hoffen
und leben.

Aus: Christa Spilling-Nöker, Von einem Engel zart berührt. Geschichten, Gedichte, und Meditationen zur Weihnachtszeit.

7. Dezember

Der folgende Text stammt aus der Feder von Phil Bosmans:

Es gibt noch Engel

Sie leben und arbeiten für Menschen, die weniger Glück hatten. Sie zählen die Stunden nicht, und ihre Liebe zu den Menschen ist größer als ihr Streben nach Geld und Besitz. Sie reichen ihnen die Hände und bieten ihnen ihre Freundschaft an. Sie machen Zimmer sauber und decken den Tisch. Sie gehen mit Einsamen spazieren. Sie kümmern sich um Arbeitsplätze. Sie gehen in Gefängnisse. Sie sorgen für eine warme Wohnung. Sie streichen an und reparieren. Wenn sie nicht wären, würden viele keinen Tisch, kein Bett und keine Freundschaft gefunden haben. Viele Herzen wären vor Kälte gestorben.

Es gibt noch Engel – mitten unter uns. Sie haben keine Flügel, aber ihr Herz ist ein sicherer Hafen für alle, die in Not geraten sind durch die Stürme des Lebens.

8. Dezember

Thomas Romanus: Immer einen Anfang wagen

Hab einfach den Mut, immer mal einen neuen Anfang zu wagen.Wirklich am Ende ist nur, wer nichts Neues mehr riskiert. Vertrau auf das was du bist und vermagst. Dann kannst du auch den nächsten Schritt tun, an deine Aufgaben neu herangehen und auf Mitmenschen zugehen. Du brauchst nicht stets von vorn an zufangen. Wo auch immer du bist, kannst du Gelegenheiten nutzen und etwas beginnen, auch wenn es dir zunächst ungewöhnlich erscheint.
Wer Pläne macht und sich auf Unbekanntes einlässt, bleibt innerlich jung. Niemand kann die Zukunft voraussehen, doch kann sie mitgestalten durch sein eigenes Denken und Handeln. Nur wer Träume hat, kann wenigstens ein paar davon wahr werden lassen.

9. Dezember

Advent

Advent – das heißt:
Wachsam sein und erwarten,
dass etwas Neues geschieht,
Begegnung stattfindet,
die das Herz berührt
und das Leben von innen her
verwandelt.

Advent – das heißt
Zukunft steht offen,
auch jenseits der Tränen
wird liebendes Lächeln möglich
und durch Schmerzen hindurch
kann neue Hoffnung
geboren werden.

Advent – das heißt:
Heil ist nahe.
Trotz aller Zerissenheit
in Herz und Seele
wird Ganzheit erwachsen,
die Erfüllung verspricht.

Aus: Christa Spilling-Nöker, Von einem Engel zart berührt. Geschichten, Gedichte, und Meditationen zur Weihnachtszeit.

10. Dezember

Bei der folgenden Geschichte ist der Verfasser unbekannt:

Vertrauen

Der Vater hatte sein Kind für die Operation ins Krankenhaus gebracht. Nun versuchte er, ihm Mut zu machen.
„Vater“, sagte das Kind, „ich habe gar keine Angst, wenn du bei mir bleibst.“

Der Vater bekam vom Arzt die Erlaubnis dazu und so sagte er: „Gut, ich bleibe bei dir und halte deine Hand.“
Er setzte sich neben sein Kind und als es die Narkose bekommen sollte, sah es nochmals den Vater an und fragte: „Vater bist du da?“ Dann begann die Narkose zu wirken.
„Sie können jetzt gehen“, meinte der Arzt, nachdem das Kind eingeschlafen war und die Operation beginnen sollte.
„Nein“, antwortete der Vater, „ich habe meinem Kind versprochen, bei ihm zu bleiben.“

Als das Kind nach der Narkose erwachte, hielt der Vater noch immer seine Hand.
„Vater, du bist da“, sagte das Kind ganz leise und lächelte.

11. Dezember

Der Autor des folgenden Textes ist Phil Bosmans:

Nicht am anderen Ufer

Warum siehst du immer auf die andere Seite?
Warum denkst du immer, dass die anderen, Freunde, Bekannte, Nachbarn, viel mehr Glück haben?
Du sagst so leicht: Anderen geht es viel besser. Und ich tue mein Bestes und komme doch zu nichts.

Das andere Ufer ist immer schöner. Es liegt weit weg, und du starrst wie versteinert nach dem schönen Schein. Hast du je daran gedacht, dass auch die am anderen Ufer auf dich schauen und denken, du hättest viel mehr Glück, denn auch sie sehen nur deine Schokoladenseite.
Die kleinen und großen Sorgen, die kennen sie nicht.

Glücklich leben ist eine große Kunst.
Dazu gehört Zufriedenheit.
Dein Glück liegt nicht am anderen Ufer.
Es liegt in dir.

12. Dezember

Als hättest du Flügel bekommen

Hast du schon einmal
in der Begegnung mit einem Menschen erlebt,
dass verloren geglaubte Hoffnungen
wieder in dir aufbrachen
und sich dir innen und außen
neue Welten erschlossen haben?

Hast du schon einmal erfahren,
dass die Worte eines Menschen dich aufgerichtet
und seine Zärtlichkeit
dich zu neuem Leben erweckt hat?

Hast dich schon einmal das liebende Lächeln
eines Menschen berührt,
dass dir in der Tiefe des Augenblicks sagt:
Du bist unendlich wertvoll,
dein Leben hat einen Sinn?

Hast du schon einmal
in der Nähe eines Menschen gespürt,
dass alle Angst und Last von dir wich,
und du beschwingt deinen Weg gehen konntest,
als hättest du Flügel bekommen?
Wenn du solches erlebt hast,
ist dir ein Engel begegnet.

Christa Spilling-Nöcker

13. Dezember

Rainer Haak: Was meine Seele wirklich braucht

Wenn es nach der Werbung geht, würde das Leben viel leichter und zugleich aufregender sein. Dank meines Parfüms wäre ich unwiderstehlich. Mit meinem neuen Auto würde ich mich frei wie ein Vogel fühlen. Durch das richtige Reinigungsmittel wäre das Saubermachen ein Kinderspiel. Mit dem entsprechenden Getränk würde ich mich wie ein Weltenbummler fühlen. Und die richtige Versicherung würde mir die meisten meiner Probleme abnehmen.

Die Werbung spricht meine Träume und Sehnsüchte an. Doch ich weiß genau, dass sie durch die angebotenen Produkte nicht erfüllt werden! Im Gegenteil! Ich gebe zuviel Geld für Dinge aus, die ich nicht brauche und die mich nur davon ablenken, wirklich und intensiv zu leben.

Ich will fragen, was meine Seele wirklich braucht.
Ich will ihre Sehnsucht ernst nehmen und mich nicht länger mit Ersatzlösungen zufrieden geben.

14. Dezember

Christa Spilling-Nöker: Fürchte dich nicht

Fürchte dich nicht
vor dem kommenden Tag,
dem du dich nicht gewachsen fühlst,
und vor den Aufgaben,
die dich zu verschlingen drohen.

Fürchte dich nicht
vor den Menschen,
die anders sind als du
und die sich ein Bild
von dir gemacht haben,
das deiner Wirklichkeit
nicht entspricht.

Fürchte dich nicht
vor dir selbst
und vor all dem Dunklen
und Ungewissen in dir,
das dir manchmal so bedrohlich ist.

Fürchte dich nicht
sondern vertraue auf die Liebe.
Die Liebe ist stärker als alle Ängste
und mächtiger als alle Tode
dieser Welt.
Wenn du einem Menschen,
vor dem du Angst hast,
in Liebe begegnest,
wirst du auch an ihm etwas finden,
das dir liebenswürdig erscheint,
so wie die Liebe
zu den Abgründen deiner eigenen Seele
dich zu deiner Tiefe
und damit auch zur Mitte
deines Wesens und deines Lebens
führen kann.
Darum:
Fürchte dich nicht.

15. Dezember

Die folgende Geschichte habe ich dem Buch „Für jeden Tag ein Stück vom Glück“ (EIN JAHRESBEGLEITER, ausgewählt, eingeleitet und herausgegeben von Ludger Hohn-Morisch) entnommen. Sie stammt von den Philippinen, der Verfasser ist unbekannt:

Was Menschen brauchen

Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine Söhne herbei.
Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Füllt mit diesem Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend. Womit, das ist eure Sache.“
Der Älteste ging davon und kam an einem Feld vorbei. Dort waren die Arbeiter dabei, das Zuckkerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine günstige Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle zu füllen.“
Bis zum Nachmittag war es geschafft. Der älteste Sohn ging zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“
Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen.
Nachdem das geschehen war, stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an.
Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke.
Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht gefüllt. Das ist es, was Menschen brauchen.“

16. Dezember

Die folgenden Zeilen stammen aus der Feder von Mischa Miltenberger. Mischa schreibt auf seinem Blog http://www.adios-angst.de über den Mut zur Veränderung und wie man sich seinen Ängsten stellen kann. Dabei zeigt er in einer sehr authentischen Art Wege auf.
Den kompletten Artikel könnt ihr hier nachlesen: https://www.adios-angst.de/ich-liebe-mich/#comment-12127.

„Ich liebe mich, so wie ich bin.

Mit all meiner Angst und all meinem Mut.
Mit all meiner Freude und all meiner Wut.
Mit all meinem Lachen und all meinen Tränen.
Mit all meiner Unsicherheit und all meiner Stärke.
Mit all meiner Zielstrebigkeit und all meinem Zögern.
Mit all meiner Coolness und all meinem Rot werden.
Mit all meiner Anspannung und all meiner Ruhe.
Mit all meiner Faulheit und all meinem Fleiß.
Mit all meinem Chaos und all meiner Ordnung.
Mit all meinen Träumen und all meinen Alpträumen.
Mit all meiner Fürsorge und all meiner Selbstgefälligkeit.
Mit all meiner Liebe und all meinem Unfrieden.

Mit all dem wunderbaren Widerspruch, der in Wirklichkeit keiner ist.

Ich bin, der ich bin. Und das ist verdammt gut so.“

17. Dezember

Phil Bosmans:

Die einzige Chance

Wenn das Leid dich trifft, werde nicht rebellisch. Sage nicht: „Unmöglich! Alles, nur das nicht. Das kann ich nicht annehmen. Das ist zu schwer und zu ungerecht. Das habe ich nicht verdient.“
Das Leid ist ein Geheimnis. Es schlägt plötzlich zu, brutal und ohne Mitleid: ein Unfall, eine Krankheit, eine Behinderung, Abwege, auf die ein Kind gerät, der Tod eines geliebten Menschen…
Du erstickst fast vor Kummer und möchtest alles hinwerfen, alles aufgeben. Aber das ist Verzweiflung, und die macht alles nur noch schlimmer.
Versuche anzunehmen. Vielleicht kannst du ein neuer Mensch werden, innerlich tiefer und reicher, gütiger, einfühlsamer in die Lage anderer.
Versuche anzunehmen. Das ist deine einzige Chance. Das Leid macht dein Herz größer und weiter und öffnet es für nie gekannte Freuden. Durch eigenes Leid erfahren, kannst du ein rettender Hafen werden für Menschen in großer Not.

18. Dezember

Hoffnung ist etwas
das wir zum Leben brauchen.
Denn wer könnte
ohne Hoffnung leben?
Ohne die Aussicht, das Vertrauen, die Möglichkeit,
dass etwas kommt
und zwar etwas Wichtiges und
Wesentliches
vielleicht ist Weihnachten
nicht so sehr das Fest der Liebe
sondern der Hoffnung?

Autor unbekannt

19. Dezember

Der folgende Text stammt von Thomas Romanus:

Was das Leben zum Leuchten bringt

Eine Kerze kann ein schönes Sinnbild sein. Sie brennt still und langsam, erfüllt den sie umgebenden Raum mit Licht und einer Atmosphäre, die vieles atmet, was sich nicht sehen oder selten Worte finden lässt. Aber sie brennt nicht nur für andere, sie verzehrt sich auch für das Licht. Sie fragt nicht nach dem Sinn, sondern ist einfach da und verschenkt Helligkeit an jeden, der in ihre Nähe kommt. Sie erschafft einen eigenen Lebensraum, setzt ihre kostbare Flamme dem Wind aus und riskiert zu verlöschen, bevor ihre Kraft am Ende ist. Solange sie brennt und dabei immer kleiner wird, gibt sie uns die Möglichkeit zu erfahren, was unser Leben zum Leuchten bringen kann.
Wünsche dir, dass du wie eine Kerze dein Licht teilst und weiterreichst, dass du von deinem Licht verschenkst, ohne selbst dabei ärmer zu werden.

20.Dezember

Anke Maggauer-Kirsche:

„Weihnachten begegnen

wir müssen
die Herzen schmücken
nicht die Wände
mit Licht erfüllen
jeden Raum
da innen
soll es Weihnacht werden
vielleicht
dass wir dann
unterm Tannenbaum
nicht nur Geschenke finden

sondern das wahre Licht
der Weihnacht schauen“

21. Dezember

Phil Bosmanns:

Ein Stück vom Glück

„Haben Sie gut geschlafen?“, fragte ich. „Nein“, war die Antwort. „Ich brauche Schlaftabletten. Ich halte es nicht mehr aus. Der Krach, wissen Sie, der Lärm – es ist schrecklich. Das Radio von oben, der Fernseher von nebenan, die Disco von gegenüber. Erst um drei schlief ich ein, aber um vier ließ ein Nachbar ein Motorrad an, um fischen zu gehen und brauste ab mit dem Lärm von einem Düsenjägers. In meiner Not bin ich dann am Nachmittag in einen stillen Wald gezogen, aber kaum war ich da, ließ sich neben mir eine Gruppe junger Leute nieder, mit einem tragbaren Radioapparat voll aufgedreht.“

Noch nie gab es so viele überreizte Menschen, so viele Kranke an Herz, Seele und Nerven. Wir haben in dieser modernen Zeit den Sinn für die Stille verloren. Und doch haben wir die Stille so dringend nötig, nicht nur, um zur Ruhe zu kommen, sondern auch um wieder Mensch zu werden statt ein überdrehtes Rädchen in einem großen Räderwerk.

Liebe die Stille, suche die Stille!
Es liegt darin ein Stück von deinem Glück.

22. Dezember

Die folgende Parabel habe ich dem Buch „Für jeden Tag ein Stück vom Glück“ (EIN JAHRESBEGLEITER, ausgewählt, eingeleitet und herausgegeben von Ludger Hohn-Morisch) entnommen.

Die Stille

Zu einem Einsiedler kamen eines Tages Menschen. Sie fragten ihn: „Welchen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille?“
Er war gerade mit dem Schöpfen von Wasser beschäftigt, aus einer tiefen Zisterne. Er überlegte. Er sprach: „Schaut in die Zisterne. Was seht ihr?“
Die Besucher blickten in die tiefe Zisterne: „Wir sehen nichts.“
Nach einer Weile forderte der Einsiedler die Leute wieder auf: „Schaut in die Zisterne. Was seht ihr?“
Sie blickten hinunter und sagten: „Jetzt sehen wir uns selbst!“
Der Einsiedler sprach: „Als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig und ihr konntet nichts sehen. Jetzt ist das Wasser ruhig und man sieht sich selber. Das ist die Erfahrung der Stille.“

23. Dezember

Weihnachten bewahren

Das ist Weihnachten bewahren.

Ich beschließe zu vergessen,
was ich für andere getan habe,
und will mich daran erinnern,
was andere für mich taten;
ich will übersehen,
was die Welt mir schuldet,
und daran denken
was ich der Welt schulde.

Ich will erkennen,
daß meine Mitmenschen genauso
wirkliche Wesen sind wie ich,
und will versuchen,
hinter ihren Gesichtern
ihre Herzen zu sehn,
die nach Freude und Frieden hungern.

Ich will das Beschwerdebuch gegen die Leistungen
des Universums schließen
Und mich nach einem Platz umsehen,
wo ich ein paar Saaten Glücklichsein säen kann.

Henry van Dyke
(1852 – 1933), US-amerikanischer Geistlicher und Schriftsteller

24. Dezember

Der Stern von Bethlehem

Der Stern von Bethlehem
leuchtet hinein
in unsere Dunkelheit
der inneren Unruhe,
des Überfordert- Seins,
des Machtstreites
untereinander,
der Lieblosigkeit,
der Verzweiflung
und der Unfähigkeit
zum Handeln.
Du, Stern von Bethlehem,
laß dein Licht
unsere Seelen erhellen
und uns zu Taten
der Liebe bewegen.
© Gudrun Kropp

Weihnachten eben

die Kerze die brennt
das Lied das erklingt
die Karte
die ich schreibe
und:
„ich umarm dich ganz fest“
ein Lächeln da hinein
wo kein Lächeln
mehr ist
eine Hand
die hält
die Hand die verspricht
ich bin da
für dich
ein Gedicht
zwischen all diesen
längst vergessenen Sachen
und ich lese die Worte
und dann weine ich
ein bißchen
vielleicht
der Schnee
der in meine Erinnerungen fällt …
Gedanke an dich…

Weihnachten eben

© Anke Maggauer-Kirsche

Ich wünsche euch allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest.
Sabine

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo liebe Sabine,
    ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und finde ich wunderschön. Deine Adventskalender Sprüche sind einfach nur genial. Sie tragen einen durch den Tag.
    Ich freue mich sehr, deinen Blog gefunden zu haben.
    LG Eva

    • Liebe Eva,

      herzlich Willkommen und vielen, lieben Dank für deine Worte.
      Es freut mich, dass du hier fündig geworden bist.
      Alles Liebe,
      Sabine

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